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Heimkampf in der Landesliga: Trotz Niederlage gegen Gelsenkirchen wichtige Fortschritte

Die Kampfgemeinschaft PSV Münster / TV 05 Neubeckum zeigte beim Heimkampftag trotz schwieriger Vorbereitung einige starke Einzelaktionen und wichtige Ansätze für die kommenden Begegnungen.

Beim Heimkampftag der Judo-Landesliga der Männer empfing die Kampfgemeinschaft PSV Münster / TV 05 Neubeckum die Mannschaft aus Gelsenkirchen. Auch wenn die Begegnung am Ende verloren ging, gab es aus sportlicher Sicht durchaus positive Erkenntnisse. Angesichts der zuletzt geringen gemeinsamen Trainingsmöglichkeiten und der teilweise längeren Trainingspausen waren die Voraussetzungen alles andere als optimal. Umso erfreulicher waren einige technisch gelungene Aktionen und überzeugende Einzelsiege.

Starke Aktionen und gelungene Bodentechniken

Einen besonders erfolgreichen Kampftag erwischte Timo, der nach einer krankheitsbedingten Trainingspause noch nicht wieder vollständig fit war. Dennoch trat er eine Gewichtsklasse höher bis 81 kg an. In der Hinrunde gewann er seinen Kampf durch einen gekonnt angesetzten Kuzure-kami-shiho-gatame und sicherte sich damit den Sieg durch Haltegriff.

In der Rückrunde setzte er mit einem hervorragend angesetzten Sasae-tsurikomi-ashi noch einen drauf und gewann vorzeitig mit Ippon. Zwei starke Auftritte unter schwierigen körperlichen Voraussetzungen!

Auch Thomas Schwemmer sorgte in der Klasse über 90 kg für einen Höhepunkt des Kampftages. Zunächst geriet er durch eine Yuko-Wertung seines Gegners in Rückstand, nachdem er den Bodenkampf aus dem eigenen Kniestand aufgenommen hatte und dabei geworfen worden war. Im weiteren Kampfverlauf geriet Thomas zwar zunehmend unter Druck, nutzte dann aber eine passende Situation für einen technisch überzeugenden Sotomaki-komi. Der Wurf kam überraschend, saß perfekt und brachte ihm den vorzeitigen Sieg mit Ippon.

Gute Ansätze trotz schwieriger Kämpfe

René Zumbült zeigte in der Gewichtsklasse bis 66 kg sowohl in der Hin- als auch in der Rückrunde großen Einsatz und gute technische Ansätze. Gegen einen sehr starken Gegner musste er sich dennoch jeweils geschlagen geben. Besonders bitter: In beiden Begegnungen wurde ein von René angesetzter Konter seinerseits gekontert.

David Simic trat in der offenen und erfahrungsgemäß sehr schwierigen Gewichtsklasse über 90 kg an und hielt gegen einen ebenfalls starken Gegner gut dagegen, verlor jedoch unglücklich durch einen tief angesetzten Seoi-nage.

Stefan Kern unterlag bis 90 kg in seinem ersten Kampf durch einen Hikikomi-gaeshi und musste sich im Rückkampf nach einem Haltegriff geschlagen geben.

Laurens trat dieses Mal in der für ihn höheren Gewichtsklasse bis 73 kg an und hatte einen besonders wechselhaften Kampftag. In seiner ersten Begegnung geriet er zunächst mit Waza-ari in Rückstand, konnte durch einen eigenen Konter aber ausgleichen. Schließlich verlor er unglücklich durch einen Haltegriff mit anschließendem Würger. Nach einer längeren Trainingspause fehlte ihm dabei auch die nötige Kondition, um über die gesamte Kampfzeit dagegenzuhalten.

Umso erfreulicher war sein zweiter Auftritt: Mit Ko-uchi-makikomi und Sumi-gaeshi zeigte Laurens im Stand mehrere gute Ansätze und gestaltete die Begegnung insgesamt ausgeglichen. Sein Gegner hatte konditionell zwar Vorteile, doch Laurens gelang es, ihn in einen Haltegriff zu bringen. Nach einem Befreiungsversuch seines Gegners wechselte Laurens geschickt in einen anderen Haltegriff. Die Kampfrichterin entschied , obwohl keine Unterbrechung der Kontrolle erkennbar war, auf Toketa, sodass die Haltezeit wieder bei null begann. Laurens ließ sich davon jedoch nicht beirren, setzte konsequent nach und hielt seinen Gegner schließlich bis zum Ippon fest. Ein wichtiger und verdienter Erfolg!

Niederlage mit positiven Signalen

Auch wenn der Mannschaftskampf gegen Gelsenkirchen verloren ging, sollte die Begegnung nicht allein am Ergebnis gemessen werden. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen waren die gezeigten Leistungen durchaus als Fortschritt zu bewerten. Die gelungenen Würfe, die erfolgreichen Bodentechniken und der kämpferische Einsatz zeigen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.

Gleichzeitig wurde deutlich, woran wir weiterarbeiten müssen: Gemeinsames Wettkampftraining und eine gezieltere Vorbereitung auf die Landesliga könnten helfen, die vorhandenen Fähigkeiten noch besser auf die Matte zu bringen. Gerade bei Mannschaftskämpfen kommt es nicht nur auf die individuelle Technik an, sondern auch auf Wettkampfroutine, Kondition und das Zusammenspiel innerhalb des Teams.

Ein kleiner Wermutstropfen war neben dem sportlichen Ergebnis allerdings auch die überschaubare Unterstützung von den Zuschauerrängen. Bei einem Heimkampftag hätten wir uns durchaus mehr Vereinsmitglieder gewünscht, die unsere Mannschaft vor Ort unterstützen. Wettkämpfe sind schließlich nicht nur Sache der aktiven Kämpferinnen und Kämpfer, sondern auch eine Gelegenheit, die eigene Abteilung als Gemeinschaft zu erleben und den Judoka den Rücken zu stärken.

Unterm Strich nehmen wir aus dem Heimkampf trotz der Niederlage wichtige Erfahrungen und einige gelungene Aktionen mit. Darauf lässt sich aufbauen. Jetzt gilt es, die positiven Ansätze im Training weiterzuentwickeln und bei den nächsten Begegnungen möglichst viel davon auf die Matte zu bringen.